Vergütungsgrenzen in Vereinen

Sind mehr als 60 € im Monat erlaubt?

In dieser Rubrik werden Fragen von Vereinen an unsere Experten gestellt

Einführung in das Thema:

Vergütungsangelegenheiten sind in Vereinen ein sensibles Thema, da hier besonders auf das Gesetz und auf die Satzung geachtet werden muss. Ob es möglich ist, mehr als 60 € Vergütung für Vereinsarbeit zu erhalten, können Sie im Folgenden nachlesen. Sie haben auch eine Frage zum Thema Verein? Dann schreiben Sie uns gerne! 

Frage:

Ich bin Vorsitzender eines Mehrspartenvereins mit rund 800 Mitgliedern. Als kleine Anerkennung meiner Arbeit erhalte ich eine monatliche Vergütung in Höhe von 50 €. Nun habe ich gehört, dass einige Mitglieder in der nächsten Mitgliederversammlung beantragen wollen, diesen Betrag wegen der umfangreichen Arbeit auf 100 € im Monat zu erhöhen. Ist das sinnvoll und welche Konsequenzen hat das?

Antwort:

Zunächst finde ich es ein sehr schönes Zeichen, dass die Mitglieder mit Ihrer Arbeit offensichtlich so zufrieden sind. Trotzdem sollten Sie zwei Aspekte dabei beachten. Zum einen sind Einnahmen für Vorstandstätigkeit in einem gemeinnützigen Verein nur bis zu einer Höhe von 720 € im Jahr einkommensteuerfrei.

Das ist der sogenannte Ehrenamtsfreibetrag nach § 3 Nr 26. a Einkommensteuergesetz. Das Ganze hat aber auch noch eine zweite Komponente, die ich für Sie sogar für problematischer halte: Wenn Sie mehr als 720 € im Jahr Vergütung für Vorstandstätigkeit bekommen, ändert sich Ihr Haftungsrisiko. Bis zu einer Vergütung von 720 € im Jahr (=60 € im Monat) haften Sie dem Verein gegenüber nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Bei Schäden, die Sie im Rahmen Ihrer Vorstandstätigkeit Dritten gegenüber verursachen, haften Sie bis zu dieser Grenze gleichfalls nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Geregelt ist das § 31 a BGB.

Erhalten Sie eine höhere Vergütung, ändert sich die Haftungssituation dramatisch. Denn dann haften Sie in jedem Fall von Fahrlässigkeit und bei Vorsatz. Die gut gemeinte Idee Ihrer Mitglieder kann sich also zum rechtlichen Bumerang für Sie persönlich entwickeln. Die Lösung: Erst eine Haftungsfreistellung in der Satzung verankern, dann die Erhöhung beschließen. Das ist die richtige Reihenfolge zu Ihrer Sicherheit.

Günter Stein
Günter SteinVereins-Experte

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